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Josh Smith

In April und Mai ist Josh Smith in Europa unterwegs. Gestern war er in Wetter a.d. Ruhr zu Gast, einmal mehr in der Earth Music Hall, wo er schon mehrfach auftrat.
Josh Smith spielt den Blues vermutlich schon, seit er mit drei Jahren seine erste Gitarre geschenkt bekam. Mit dreizehn stand er zum ersten Mal auf der Bühne. Später tourte er mit Blues-Größen wie BB King durch die Lande.

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LED-Leuchtmittel

Da möchte man was für die Umwelt tun – oder wenigstens nicht so viel dagegen –, da sieht man sich unversehens genötigt, den eigenen ökologischen Fußabdruck auf Erden doch wieder unnötig zu vergrößern. Ich kaufe mir also ein modernes Leuchtmittel, so eine „Glüh“birne mit sparsamen LEDs, freue mich schon über meinen sinkenden Stromverbrauch, und schon folgt die Enttäuschung auf dem Fuße: die Plastik-Verpackung.

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Liebe und andere Ungereimtheiten

Gedichte, Geschichten, Theater und Musik – das war die Mischung, die gestern Abend im Wittener Maschinchen Buntes präsentiert wurde. Beate T. und tim trugen selbstgeschriebene Texte vor sowie Lieder der Musikgeschichte und vertonte Gedichte mit Akkordeon, Kornett, Ukulele und Flöte.

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„Angriff auf die Tonstudios“ lautet der Titel eines Artikels in der Frankfurter Rundschau vom 20.August. Da gibt es doch tatsächlich einen neuen Online-Dienst, der für Hobbymusiker das Mastering der im Heimstudio aufgenommenen Songs erledigt. Bisher war dieser Produktionsschritt noch den Profis in teuren Tonstudios vorbehalten – eine Arbeit, die eine Menge Erfahrung sowie technische und vor allem musikalische Fähigkeiten erfordert. Oder erfordert hat. Denn jetzt können das auch Computer.

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Liebe vom österreichischen Regisseur und Drehbuchautor Michael Haneke ist kein Liebesfilm. Er ist eine Zumutung. Schon der Vorspann ist eine Zumutung: es ist totenstill, während die Namen der Beteiligten weiß auf schwarz über die Leinwand flimmern, so still, dass man fürchtet, der Filmvorführer hätte vergessen, die Lautsprecher einzuschalten. Aber auch der Inhalt des Films ist eine Zumutung. Liebe gehört zu der Handvoll Filme, bei denen ich konkret überlegt habe, den Kinosaal zu verlassen.

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„Patsch!“, rief Edmund, als wieder ein fettes Insekt auf der Windschutzscheibe zerplatzte. Der Scheibenwischer schmierte einen besonders unschönen Streifen über das Glas, und aus den Wischwasserdüsen sprudelten nur noch kleine Bläschen. Edmund fluchte. Nach nunmehr dreihundertfünfzig Autobahnkilometern wurde ihm die ganze Sache jetzt eigentlich zu undurchsichtig, doch er war spät dran. Die vom Navi prophezeite Ankunftszeit ließ keinen großen Spielraum mehr. Dieser Druck saß ihm im Nacken und pflanzte sich fort bis zum Gaspedal. „Fahr lieber etwas langsamer, dann kommst du schneller an“, war eigentlich sein Wahlspruch, doch heute musste er ihn verdrängen so gut er konnte.

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Old School

„Google kauft Spezialisten für vernetzte Haustechnik.“ oder „Google kauft Thermostat-Produzenten Nest.“ oder „Google kauft Nest Labs für 3,2 Milliarden Dollar.“ Auf diese Schlagzeilen machte mich ein Freund aufmerksam, den ich guten Gewissens als noch größeren Fortschrittspessimisten bezeichnen kann, als ich es schon bin. Fast immer, wenn wir uns sehen, diskutieren wir über die schöne neue Welt, kontrovers oft, aber sehr häufig kann ich nicht anders, als ihm in Vielem Recht zu geben. Und das tut meist sehr weh!

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Schneekristall

„Es ist ein sehr poetisches Buch.“ Mit diesen Worten lud mich eine Freundin zu einer Lesung ein. Und mit diesen Worten hatte sie mich gewonnen. Ich folgte der Einladung in eine kleine örtliche Buchhandlung und hörte sie aus Titus Müllers Der Schneekristallforscher lesen. Ich wollte wissen, ob sie mit ihrer Behauptung Recht gehabt hatte. Hatte sie!

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Expertin

Vielleicht ist es ja so abgelaufen: Da rüffelt der Chef einer großen deutschen IT-Behörde seine Mitarbeiter und klagt, die Aktualität der hauseigenen Datenbank ließe sehr zu wünschen übrig, nein ihr Zustand sei schlicht desolat. Insbesondere die Liste der in Deutschland registrierten eMail-Adressen sei nicht nur lückenhaft, sondern strotze nur so vor Karteileichen. Sofort müsse etwas getan werden! Auffordernd schaut er in die Runde, doch keiner seiner Mitarbeiter sieht sich genötigt, alle 80 Millionen Deutsche durchzutelefonieren und nach ihren eMail-Adressen zu befragen. Außerdem, so wendet ein Mitarbeiter ein, seien die Menschen ja so knauserig mit ihren Daten. Eine komplette Liste aller eMail-Adressen der Deutschen sei absolut utopisch. Doch dann hat jemand, ein kleiner Sachbearbeiter aus der letzten Bank, zwei geniale Ideen.

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Vegetarier-Ausweis

Die ganze Sippe trifft sich am 2. Weihnachtstag in einem gehobenen Restaurant im Sauerland. Auf dem Tisch präsentieren Tischkarten die angebotenen Speisen. Klar, dass dort an Weihnachten ca sieben Fleisch- und Fischgerichte stehen: Gans, Ente, Steak, ... Kein einziges ist für Vegetarier geeignet. Da wir das inzwischen gewohnt sind, fragen wir entspannt nach einer vegetarischen Variante. Die Bedienung erschrickt sichtlich und meint, da würde sie lieber mal die Chefin holen.

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Karl erschien mir immer als blau. Wir kannten uns schon seit unserer gemeinsamen Kindergartenzeit und waren dicke Freunde, auch später auf der Grundschule und dem Gymnasium. Wir trafen uns fast jeden Nachmittag, und während all dieser Zeit kam er mir irgendwie blau vor. Ich meine damit nicht seinen Alkoholspiegel, obwohl dieser zuletzt immer öfter auch diese Art von Blau-Sein verursachte. Nein, ich meine wirklich die Farbe Blau. Natürlich war er nicht wirklich blau. Nicht, dass man hätte sehen können, wie er blau gefärbt gewesen wäre, an Händen oder Füßen oder gar im Gesicht. Vielmehr war es mein Bild von ihm, das ihn in dieser Farbe zeigte. Für mich hatte er immer etwas Blaues, in etwa so, wie die Zahl Zwei für mich weiblich und meine EC-Karten-PIN eine bestimmte Melodie ist.

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"Wir können doch wählen, was wir wollen", sagt der Kabarettist Volker Pispers seit Jahren in seinem zeitlosen, aber stets aktualisierten Programm Bis Neulich. "Rot-Grün, Schwarz-Gelb, die große Koalition, wir hatten schon Ampeln, Schwampeln und Hampeln", behauptet er und fragt, was sich denn auf sozialer Ebene jeweils verbessert habe in Deutschland. Nichts, so resümiert er, und denjenigen, die das nicht glauben wollen, gibt er sechs Wochen Zeit zu recherchieren. Warum nichts? Weil die fünf ehemaligen Regierungsparteien "sich alle in demselben Argumentationskreislauf des kapitalistischen Wirtschaftssystems bewegen."

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Ben Granfelt Band

Es war das sechste Konzert der diesjährigen Deutschland-Tour. Gestern war die Ben Granfelt Band zu Gast in der Earth Music Hall in Wetter. Ben Granfelt? In seiner Heimat Finnland ist Granfelt ein bekannter Musiker und hat sich auch darüber hinaus einen Namen als Ausnahmegitarrist gemacht. In seiner langen Karriere spielte er in einigen weltweit bekannten Bands wie Leningrad Cowboys oder Wishbone Ash (2001-2004). Zusammen mit drei weiteren Finnen begeisterte er nun das gestrige Publikum mit Musikalität auf höchstem Niveau.

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Merkel/Steinbrück

Vier Kontrahenten trafen gestern Abend aufeinander in einem senderübergreifenden Gemeinschaftsprogramm: Peter Kloeppel von RTL, Maybritt Illner vom ZDF, Anne Will von der ARD und Stefan Raab von Pro7. Es war wieder Rededuell-Zeit im deutschen Fernsehen. Ach ja, Peer Steinbrück und Angela Merkel waren auch da.

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coonlight bei Google

Was sind das eigentlich für Websites, die bei einer Google-Suchanfrage ganz oben in der Ergebnisliste auftauchen? Gut, ganz ganz oben landen meist bezahlte Werbe-Links. Aber welche Seiten landen ganz oben, also direkt darunter? Früher dachte ich immer, je suchbegriffrelevanter eine Seite sei, je mehr sie also mit dem jeweiligen Suchbegriff zu tun habe, desto höher komme sie in der Google-Rangliste. Früher war das auch mal so. Heute aber läuft das anders. Seit ich vor knapp siebzehn Monaten zum Blogger mutierte, musste ich erfahren, dass es bei Google heute nach einem recht unappetitlichen Motto zugeht: "Scheiße schmeckt gut. Millionen Fliegen können nicht irren."

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Angeblich heißt La Grande Bellezza auf deutsch Die große Schönheit. Ich kann kein Italienisch, aber das erscheint selbst mir einleuchtend. Anders als die englischsprachige Version des hier besprochenen Films (The Great Beauty; warum erinnert mich das nur an Pferde?) wurde im Deutschen der Originaltitel beibehalten. Auch das leuchtet mir ein, denn so bleibt die Nähe zur italienischen Hauptstadt Rom bestehen, in der dieser Film nicht nur spielt, sondern sich ergeht.

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Fundbüro

Laientheater ist geil! Besonders Laientheater mit schmalem Budget und bescheidenem Bekanntheitsgrad. Gegenüber etablierten Theaterveranstaltungen hat Laientheater einige Vorteile: Als Zuschauer zahlt man nur einen Bruchteil des Eintrittspreises, sitzt dafür aber ganz nah vor einer Bühne, die klein genug ist, die Darsteller teilweise vor der Bühne agieren zu lassen, und die vollgestopft ist mit Requisiten, die nicht etwa zu irgendeinem Fundus gehören, sondern zum Teil ganz persönliche Dinge der verschiedenen Beteiligten sind – und diese Dinge sind nicht einfach nur Dinge!

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Todd Wolfe Band

Todd Wolfe war wieder da! Einmal mehr spielte er mit der Todd Wolfe Band in Wetter an der Ruhr. Schon im vergangenen Jahr konnte ich die Band live erleben und schrieb einen Artikel darüber. Mehr habe ich dazu auch nicht zu sagen – das Konzert machte auch in diesem Jahr mächtig Spaß. An dieser Stelle folgen nun einfach ein paar Fotos.

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Die Erinnerung ist schon sehr verblasst. Die Bilder aber stehen deutlich vor meinem inneren Auge, als hätte ich das alles gestern erst erlebt – wie vergilbte Fotos aus der Zeit, schwarz-weiß, oder besser grau in grau. Grau wie der Asphalt der breiten Straße, in der wir kämpften, grau, wie unsere Mäntel, wie die Fassaden der zerschossenen Häuser, wie die Sandsäcke, hinter denen sich die Franzosen verschanzt hatten.

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Tony Spinner

Als ehemaliger Gitarrist der Kultband Toto wurde er angekündigt. Von 1999 bis 2009 spielte Tony Spinner in der Tat die Background-Gitarre auf allen Live-Konzerten der Band. Davon merkte man aber nichts bei seinem Auftritt in der Earth Music Hall in Wetter a.d. Ruhr. Erstens war der 80er-Jahre-Pop-Rock von Toto nicht das Thema des gestrigen Abends, und zweitens benimmt sich Tony Spinner in keinster Weise wie ein Star.

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The Dangerous Kitchen

Nicht alle der neun Musiker passten auf die kleine Bühne. Jedenfalls nicht mit all ihrem Equipment. Wer Zappa spielen will, braucht eine gewisse Personaldecke und die entsprechende Ausrüstung: Drei Bläser, Schlagzeug, Piano, Bass, Gitarre, Gesang sowie Marimba- und Vibrafon – dies ist die Besetzung von The Dangerous Kitchen, die am vergangenen Samstag ein tolles Konzert in der flora in Gelsenkirchen gaben. Die Bühne wurde kurzerhand nach vorn erweitert.

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Mirco Schlitter

Wie können Eltern weiterleben, deren Kind verschwindet und nach knapp fünf Monaten der Ungewissheit tot gefunden wird? – misshandelt und ermordet von einem Mann, der anschließend zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Hierum und um etliche andere Fragen ging es gestern Abend bei einer Veranstaltung der ICMedienhaus GmbH in der Martin-Luther-Kirchengemeinde in Witten an der Ruhr. Sandra und Reinhard Schlitter, die Eltern des kleinen Mirco, berichteten von den Geschehnissen im Jahre 2010 und danach.

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Benjamin Franklin

Benjamin war ein Langschläfer. Das war ihm bewusst und er gab es bereitwillig zu. In der Regel ging er erst viele Stunden nach Mitternacht zu Bett und schlief bis weit nach Mittag. Doch wusste er auch, dass er mit dieser Angewohnheit nicht allein war. Ganz Paris machte es wie er. Das Leben in dieser Stadt der Salons und Etablissements fand nachts einfach kein Ende, und niemand ging früher nach Hause als unbedingt nötig.

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Es ist fast unglaublich. Da erscheint Ende 2011 die viel umjubelte Wohlfühl-Kino-Produktion Ziemlich beste Freunde von Olivier Nakache und Eric Toledano, die nach meinem Empfinden ziemlich alles falsch gemacht hat (außer unbestritten witzig und unterhaltsam zu sein). Und wie als Antwort darauf zeigt der Franzose Jacques Audiard ein halbes Jahr später, wie man ziemlich alles richtig machen kann – mir zum Trost und zur Erbauung. Jacques Audiard ist mein Freund!

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Uhren

Ein Bekannter erzählte mir folgendes Erlebnis: Einmal war er als Lieferant bei einem Kunden zuhause. In einem Raum der Wohnung fiel ihm plötzlich eine merkwürdige Geräuschkulisse auf, die zwar eher leise war, aber dennoch den ganzen Raum erfüllte. Er schaute sich um und entdeckte ein bemerkenswertes Gebilde, ein Kunstwerk möchte ich es nennen.

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Django Unchained

Ich stelle mir das so vor: Da gibt es einen Psychopathen aus Knoxville, Tennessee. Durch seine Mühen als Drehbuchautor und Regisseur entsteht ein Spielfilm, in dem amerikanische Nazijäger im besetzten Frankreich der 1940er Jahre einen skrupellosen deutschen Judenjäger jagen. Es mag den o.g. Urheber dann getriezt haben, wie schlecht er die Deutschen in seinem Film hat wegkommen lassen. Und so drehte er für sein nächstes Projekt die Rollen einfach eins zu eins um.

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Mütze

Liebe Jasmin.

Bei meinem Kurzurlaub in Bad Nauheim konnte ich die Mütze, die Du mir geschenkt hast, sehr gut gebrauchen.
Es war kalt in der Stadt und sehr windig, ich bin viel an der frischen Luft gewesen und habe mich gut erholt dabei. Ohne Deine Mütze wäre ich aber wohl erfroren.

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Gelbliches Licht fiel durch die beschlagene Glasscheibe ins Innere und blendete ihn. Entsetzlich lange war es dunkel gewesen, und zwar richtig dunkel, stockduster. All die vielen Stunden war er allein gewesen in dieser stickigen Hölle, in der die schwüle Luft nach Schimmel und Waschmittel roch, völlig allein mit sich und seiner Angst und seiner Einsamkeit. Ein paar Mäuse oder Ratten hatte er rascheln hören, ansonsten nur den trostlosen Klang der Totenstille. Bis jetzt. Denn endlich hörte er die geschäftigen Geräusche von draußen, die er so herbeigesehnt hatte. Das Schlurfen der Schuhe über den Kellerboden, das Quietschen der Holzlatten-Tür, ein Räuspern und das leise Knirschen beim Absetzen des Korbes auf dem rauen Estrich. Seine Angst wich neuer Hoffnung. Er wollte rufen und schreien, klopfen und stampfen, doch er konnte nicht anders, als weiterhin schlaff auf dem gelochten Stahlblech zu liegen und abzuwarten, was nun geschehen würde.

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Der Tod gehört ins Leben

Die vorvergangene Woche war Sterbewoche in der ARD. "ARD-Themenwoche: Leben mit dem Tod", so lautete der offizielle Titel. Zahlreiche Fernsehsendungen, Magazine, Dokus, Talkrunden und Spielfilme beschäftigten sich mit einem ungeliebten Thema. Selbst die Sendung mit der Maus war in dieser Woche eine "Sterbemaus".

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Optische Phänomene in Natur und Alltag
(c) Tobias Haist

Vor einiger Zeit war ich im Internet unterwegs auf der Suche nach Informationen über Altersweitsichtigkeit, die mich als Ü40er langsam zu interessieren hat. Gefunden habe ich unter anderem ein freies eBook, das sich mit optischen Phänomenen in Natur und Alltag beschäftigt und deshalb auch genau so haist, nein heißt. Geschrieben wurde es von Tobias Haist, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Stuttgart. Durchgelesen habe ich mir damals zunächst nur das Augen-Kapitel (eben wegen der lästigen Weitsichtigkeit) und war sofort begeistert.

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              Hilger

Auf einer früh-morgendlichen Foto-Tour an meinem Urlaubsort sah ich einen auffälligen Menschen. Schon von weitem sah ich ihn am Waldrand stehen. Ständig hielt er etwas mit den Händen vors Gesicht, ich konnte nicht erkennen, was es war. Machte er Fotos, wie ich? Aber was wollte er knipsen in der Richtung, in die er immer blickte? Gebannt starrte er stets in den eintönig grau-blauen Nord-Himmel, wo ich beim besten Willen nichts Interessantes entdecken konnte. Was für ein komischer Vogel, dachte ich.

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Eine Freundin machte mich neulich auf einen Artikel in der WAZ aufmerksam: Schlechte Laune ist gut! Ein Plädoyer gegen Selbsttäuschungen. Die Autorin stellt u.a. das Buch Miese Stimmung - Streitschrift gegen positives Denken von Arnold Retzer vor. Dieser redet darin gegen gängige Werte wie Erfolg, Spaß, Selbstbewusstsein und Optimismus und verhilft Angst, Trauer, Zweifel, Hoffnungslosigkeit und Pessimismus zu neuem Ruhm.

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einsamer Demonstrant

Was man nicht alles erleben kann in einer deutschen Möchtegern-Großstadt. Da schlendert man ohne Argwohn durch die Innenstadt und begegnet einem Mann mit einem arg schwarzen Plastik-Poncho und mit Walking-Stöcken, die ihn dabei unterstützen, dauerhaft die Arme zu den Seiten auszubreiten. Nur so ist er nämlich in der Lage, als lebendes Plakat zwei arg provokative Thesen unters Volk zu bringen:

"ARGE DISKRIMINIERT DEUTSCHE"
und
"ARGE GLAUBT MUSLIMEN ALLES"

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Die alte Eiche in der Schülerzeitschrift

Es muss Anfang 1981 gewesen sein, als die alte Eiche geschlagen wurde. Sie stand auf einer Straßeninsel an der Kreuzung Böddinghauser Weg / Albert-Schweitzer-Straße in Plettenberg-Böddinghausen. Plettenberg ist eine Kleinstadt im beschaulichen Sauerland (NRW). Ich war damals Schüler am Albert-Schweitzer-Gymnasium (damals noch Neusprachliches Gymnasium Plettenberg) in Sichtweite der Eiche und habe als völlig unpolitischer Jugendlicher nur am Rande mitbekommen, dass der Böddinghauser Weg ausgebaut werden sollte. Im Zuge dessen musste die Eiche weichen, und auch von Angehörigen meiner Schule gingen damals lautstarke Proteste aus. Zwar weiß ich noch, wie ich die Protestler bewunderte für ihr Engagement und mit ihnen um ihren Schützling bangte, doch so richtig realisiert habe ich das Ringen um den Baum erst, nachdem in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vollendete Tatsachen geschaffen worden waren. Eines Morgens war die Eiche einfach weg.

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Anna hat endlich einen Freund. Er ist ihr erster fester Freund überhaupt, und er ist sehr aufmerksam. Fühlt sie ein neues Bedürfnis aufkommen und grübelt darüber nach, wie sie es ihm mitteilen will, so kommt er ihr meist zuvor und stillt es, ehe sie auch nur den Mund öffnen kann. Schaut sie ihm tief in die Augen, so meint sie bisweilen zu erkennen, wie er seinerseits in ihren forscht, ob es dort nicht einen Wunsch zu lesen gibt. Und wenn sie sich nicht vorsieht und einen von ihnen nicht tief genug in sich vergräbt, so findet sie ihn nicht selten anderntags erfüllt. Diese und nicht wenig andere seiner Eigenschaften sind unleugbar dazu geeignet, eine Frau in den siebten Himmel zu bugsieren, doch Anna achtet peinlich darauf, dass ihr gerade dies nicht widerfährt.
Sie ist vielleicht verliebt, doch ganz sicher nicht verklärt.

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Anständig Essen

„Manchmal wünschte ich, ein Hackbraten wäre wieder ein Hackbraten, ein Grillfest ein großes Vergnügen und ich könnte in eine Bratwurst beißen, ohne dass dafür an finsteren Orten wochen- und monatelang gelitten wird."
So beginnt der Klappentext des Buches Anständig essen von Karen Duve. Dieses Seufzen kann ich mehr als nachvollziehen. Schon, nachdem ich Tiere essen von Jonathan Safran Foer gelesen hatte, fühlte ich mich wie Cypher, dem Verräter im Film Matrix, der schmerzlich bereut, genau wie Neo die rote Kapsel der Wahrheit und Erkenntnis gewählt zu haben. Karen Duve aber geht noch weiter als Jonathan Safran Foer und zeigt, dass bei einer vegetarischen Ernährungsweise das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein muss.

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Pareto-Prinzip

Vilfredo Frederico Pareto erkannte irgendwann um 1900, dass 80% des italienischen Volksvermögens in den Händen von 20% der Bevölkerung lag. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich das Pareto-Prinzip, das so oder sehr ähnlich in unzähligen Lebensbereichen beobachtbar ist. Beispielsweise wird immer wieder darauf hingewiesen, dass 20% des Arbeitsaufwandes (Zeit, Ressourcen, Energie) ausreichen, um 80% eines Projektes zu erledigen. Die restlichen 80% Aufwand tragen nur zu weiteren 20% des Gesamtergebnisses bei. Welche Schlüsse man daraus zieht, ist jedoch vom eigenen Charakter abhängig.

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Hohlweg

Da vorne kommt wieder einer um die Wegbiegung. Nein, zwei sogar – Mist, dann wird es schwieriger.
Einer allein hat meist schlechte Karten. Auf einem Wanderweg wie diesem kann er kaum zur Seite entkommen. Wie auf dem Präsentierteller ist er mir ausgeliefert, ohne jeden Schutz, ohne Deckung. Da erfordert es schon eine gewisse Dreistigkeit, um mir zu noch entwischen.
Zwei zusammen haben da schon deutlich bessere Chancen. Sie können vorgeben, miteinander beschäftigt zu sein. Zum Beispiel können sie ein Gespräch führen, eine ernste Unterhaltung oder eine grobe Auseinandersetzung – dann ist es schon distanzlos von mir, auf sie ein zu drängen. Vielleicht gehen sie sogar Hand in Hand oder gar Arm in Arm – wer will sich da schon zwischen quetschen?
Bei einer größeren Gruppe wird es dann wieder etwas einfacher für mich, denn nicht jedes Mitglied ist fest in so eine Gruppe integriert und wird hinlänglich beachtet. Außenseiter gibt es immer wieder, und die gilt es heraus zu fischen.

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Analogkäse, Formfleisch, Muckefuck – ein Surrogat ist ein Ersatz für ein höherwertiges Original. Im Jahre 2054 ersetzen sog. Surrogates als lebensechte, ferngesteuerte Roboter ihre Besitzer im täglichen Leben. Während die Originale im heimischen Wohnzimmer fast ihr ganzes, originales Leben verbringen, geistern ihre Ersatz-Körper für sie durch die Weltgeschichte, gehen zur Arbeit oder tanzen in Nachtclubs. Verbunden über neuronale Netzwerke sehen und hören die Besitzer, was ihre Surrogates sehen und hören, fühlen, was sie fühlen, erleben, was sie erleben.

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süße Kinderchen
Bildquelle:
Goethezeitportal

Eigentlich mag ich keine Kinder. Ich mochte noch nie Kinder! Sie sind laut und frech und zappelig – immer in Bewegung.
Meine Mutter hat schon immer gesagt: „Schaff dir nach Möglichkeit keine Kinder an! Die haben nichts auf den Rippen und da kriegst du auch nichts dran. Halte dich an Erwachsene. Die sind oft schon von Natur aus fett. Außerdem ergeben die sich schneller in ihr Schicksal.“

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1984
(c) Jordan L'Hôte

Was haben Winston Smith, der Protagonist in George Orwells Roman 1984, und Janis Joplin gemeinsam? Ganz klar: Big Brother. Nein, gemeint ist nicht die hochinteressante Fernseh-Show, aus der in Deutschland so zeitlos Kulturschaffende wie Zlatko Trpkovski oder Jürgen Milski hervorgegangen sind. Für Janis Joplin war Big Brother and the Holding Company die erste Band, mit der sie ins Rampenlicht rückte. Für Winston Smith war Big Brother der große Wächter über das gesamte Leben.

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Tempolimit
von MK-CH1 [Public domain],
via Wikimedia Commons

Mittwoch 16.05.2012: Wie in jedem Jahr um diese Zeit bin ich im Auto unterwegs zu meinem geliebten Himmelfahrts-Kurzurlaub in den Niederlanden. Direkt hinter der Grenze lacht es mir freundlich entgegen, das übergroße Hinweisschild für die Unwissenden: In den Niederlanden gilt Tempo 120 auf den Autobahnen und Tempo 80 auf Landstraßen. Warum eigentlich nicht Tempo 30 innerhalb geschlossener Ortschaften, frage ich mich, denke aber nicht weiter drüber nach. Besser konzentriere ich mich darauf, die 120 nicht zu überschreiten, denn die Niederländer kontrollieren, was sie von uns Autofahrern verlangen. Die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen sollen happig sein, habe ich gehört, und Toleranzen gibt es auch keine. So liberal unsere westlichen Nachbarn sonst auch sein mögen - die Autofahrer haben sie fest im Griff.

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Todd Wolfe Band

Todd Wolfe ist ein alte Hase. Bereits Ende der 1970er Jahre begann er, durch die New Yorker Clubs zu ziehen mit seiner Band Troy & the Tornados. In den 90ern war er Tour-Gitarrist von Sheryl Crow. Heute schließlich war er mit der Todd Wolfe Band in der Earth Music Hall in Wetter a.d. Ruhr zu Gast - zum dritten Mal bereits, wie ich erfuhr. Hier spielte er vor kleinem Publikum Blues-Rock vom Feinsten.

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Bei Peter Gabriel ist vieles anders. So erscheinen bei seinen Auftritten alle Crew-Mitglieder - vom Bühnenhelfer bis zum Kameramann - in auffälligen, roten Overalls, während die Musiker in der Regel in Schwarz über die schwarze Bühne wandeln. Heute konnte ich diese und andere Besonderheiten endlich einmal live erleben - in einem grandiosen Konzert der New Blood Tour 2012 in der Arena Oberhausen.

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Die Partei der Stillen

Erster Mai Zweitausendzwölf. Es ist Dienstag. Maifeiertag, auch Kampftag der Arbeiterbewegung genannt. In Dortmund findet die zentrale Kundgebung des DGB statt. Ein junger Rapper rappt gegen Rechts. Die Rechten marschieren derweil in Bonn auf. All das geschieht unter den aktuellen Wahlplakaten aller Parteien, denn es ist Wahlkampf in NRW. Das ist nicht zu übersehen – und heute auch nicht zu überhören. Ich allerdings weiß das alles nur aus dem Auto-Radio. Inzwischen sitze ich nämlich auf einer Bank an einem Wanderweg im Sauerland, genieße die Waldesruh und frage mich nur eins: Muss Politik eigentlich so laut sein? Wo ist eigentlich die Partei der Stillen?

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Lyoness

Ein neuer Stern ist aufgegangen am deutschen Geiz-ist-geil-Himmel. In Österreich schon kräftig aktiv, ist Lyoness in Deutschland eher noch unbekannt. Noch! Ein Heer von Business-Partnern bemüht sich derzeit, das lukrative Rabatt-System auch hierzulande an den sparwütigen Kunden zu bringen. Manch ein Internetforum ist bereits voll mit seitenlangen Diskussionen. Pyramidenspiel, Schneeballsystem, Abzocke, Betrug - es gibt wohl keine Anschuldigung, die Lyoness und seinem Gründer Hubert Freidl noch nicht vorgeworfen wurde.

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Lyoness

Drei Räume, fünf Personen und viele Packungen Kork-Laminat. Das waren die Voraussetzungen an einem schönen Mai-Wochenende, an dem auch ich damit betraut wurde, das vorhandene Rohmaterial möglichst intelligent in einen ansprechenden Bodenbelag zu verwandeln. Eine weitere Randbedingung war die Tatsache, dass drei der Personen Ingenieure waren und somit einer Spezies angehörten, die eigentlich nur aufgrund zivilisatorischer Hilfsgerätschaften wie Formelsammlung, Laptop und Handy einigermaßen lebensfähig ist. Will sagen: Ingenieure sind Theoretiker. Ich muss es wissen, denn ich war einer von den dreien.

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Witzig, frech, spannend und einigermaßen respektlos. Ziemlich beste Freunde ist eine französische Filmkomödie, die so ziemlich beste Filmkömödie, die ich seit langem gesehen habe - jedenfalls, was den Unterhaltungswert angeht.

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Der kleine König Dezember

Der kleine König Dezember ist ein sehr kleines Buch - wenn auch nicht ganz so klein, wie der König selber. Es bietet vielleicht 60 Minuten Lesespaß auf 64 reich bebilderten Seiten. Aber die haben es in sich.

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